
PoE Kamera Stromverbrauch: Was kostet eine Überwachungskamera im Monat wirklich? (2026)
Wie viel Strom verbraucht eine PoE-Überwachungskamera – und was kostet ein komplettes CCTV-System (Kamera + NVR + Switch) pro Monat in Deutschland? Konkrete Watt-Zahlen, Beispielrechnung für 4 Kameras + NVR, Modell-Vergleich (Reolink, Hikvision, EZVIZ) und Spartipps aus der Praxis.
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„Was kostet eine Überwachungskamera eigentlich im Monat an Strom?“ – diese Frage bekommen wir in der Praxis fast wöchentlich. Wer bei Google „PoE Kamera Stromverbrauch“, „was kostet eine Überwachungskamera im Monat“ oder „Stromverbrauch NVR 24/7“ eintippt, findet meistens nur grobe Schätzungen. Deshalb hier ein ehrlicher, technisch sauberer Überblick – mit konkreten Watt-Zahlen, einer fertigen Beispielrechnung für ein typisches 4-Kamera-System und den Modellen, die wir bei OBJEXA am häufigsten verbauen.
Kurz vorweg: Eine einzelne PoE-Kamera zieht im Alltag zwischen 3 und 12 Watt. Ein komplettes System mit 4 Kameras, PoE-Switch und NVR liegt bei rund 25–50 Watt Dauerlast – das sind bei aktuellen Strompreisen etwa 6 bis 13 € pro Monat. Wie sich dieser Wert genau zusammensetzt und wie Sie ihn spürbar senken können, zeigen wir Schritt für Schritt.

1. Die Formel: Von Watt zu Euro pro Monat
Der Stromverbrauch jedes Elektrogeräts wird in Watt (W) angegeben. Um die monatlichen Kosten zu berechnen, brauchen Sie nur drei Werte:
- Leistung in Watt (W) – steht im Datenblatt der Kamera oder des NVR.
- Laufzeit in Stunden – bei Überwachungstechnik praktisch immer 24 h × 30 Tage = 720 h pro Monat.
- Strompreis in €/kWh – in Deutschland aktuell (Anfang 2026) im Schnitt rund 0,36 €/kWh für Privathaushalte.
Die Formel lautet:
(Watt × Stunden) ÷ 1.000 = kWh · dann kWh × Strompreis = € Kosten
Beispiel für eine 6-Watt-PoE-Kamera im Dauerbetrieb: 6 W × 720 h = 4.320 Wh = 4,32 kWh/Monat × 0,36 €/kWh = ca. 1,55 € pro Monat – oder rund 18,70 € pro Jahr für eine einzige Kamera.
2. Stromverbrauch nach Kameratyp – die große Tabelle
Nicht jede Kamera zieht gleich viel Strom. Bullet-Kameras mit LED-Nachtsicht, PTZ-Kameras mit Motor oder Modelle mit Heizung liegen deutlich über einer einfachen Innenkamera. Die folgende Tabelle basiert auf Herstellerangaben und unseren Messungen am Netzteil (230 V) über zertifizierte Energiekostenmessgeräte.
*Berechnet mit einem Strompreis von 0,36 €/kWh und 24/7-Betrieb. Wer einen günstigeren Tarif hat (z. B. 0,30 €/kWh), zieht rund 17 % ab.
3. Konkrete Modelle im Verbrauchs-Check
Damit die Tabelle oben greifbarer wird, hier drei Marken, die wir in der Praxis regelmäßig verbauen – jeweils mit den offiziellen Herstellerangaben aus den Datenblättern:
Reolink – sparsame Allrounder
- Reolink RLC-810A (4K PoE Bullet): max. 12 W, im Normalbetrieb ca. 5–6 W – ~1,80 €/Monat.
- Reolink RLC-823A (5MP PTZ mit Auto-Tracking): max. 12 W ohne Heizung – ~3–4 €/Monat.
- Reolink Duo 3 PoE (16MP Dual-Lens): typ. 7–9 W – ~2,20 €/Monat.
Reolink-Modelle sind bei uns die typische Empfehlung fürs Einfamilienhaus – gutes Verhältnis aus Bildqualität, Verbrauch und Preis. Aktuelle Reolink PoE-Kameras finden Sie hier auf Amazon.
Hikvision ColorVu – mehr Licht, mehr Watt
- Hikvision ColorVu Bullet 4 MP: max. 8 W, mit voll aktivem Weißlicht ca. 10–12 W.
- Hikvision AcuSense DS-2CD2T86G2-4I (8 MP): max. 11 W, typisch 6–8 W.
- Hikvision PTZ mit Heizung: bis zu 60 W im Winter – hier lohnt sich ein separater PoE++-Switch.
ColorVu-Kameras liefern nachts Farbbild statt Schwarz-Weiß – das schöne Bild bezahlen Sie aber mit ein paar Watt mehr. Für professionelle Objekte trotzdem oft die richtige Wahl.
EZVIZ & Consumer-PoE – die günstigen Kandidaten
- EZVIZ C3T Pro (PoE, 4 MP): ~5 W – ~1,55 €/Monat.
- EZVIZ H8 Pro (WLAN, keine PoE): ~4–6 W – vergleichbarer Verbrauch, aber via Netzteil.
4. Der Faktor, den 90 % vergessen: NVR, Switch und Festplatte
Fast alle Rechnungen im Netz betrachten nur die Kamera. In der Realität besteht Ihr System aber aus mehreren Komponenten, die alle rund um die Uhr laufen:
Dazu kommt der Wandlungsverlust am PoE-Switch (ca. 10–15 %) und – bei langen Kabelwegen – ein leichter Spannungsabfall im Cat6/Cat7-Kabel. Wie groß der Effekt bei Ihrer Installation ist, können Sie schnell mit unserem PoE-Rechner prüfen: einfach Kamera-Leistung, Kabellänge und Kabeltyp eingeben. Für besonders zuverlässige Installationen empfehlen wir den TP-Link Omada PoE-Switch – perfekt für Kameras, sehr stabil und langlebig.
5. Praxisbeispiel: 4 Kameras + NVR im Einfamilienhaus
Der Klassiker aus unserer Werkstatt: 4 Außenkameras, ein 8-Port PoE-Switch und ein 4-Kanal-NVR mit einer 4-TB-Festplatte. So sieht die realistische Monatsrechnung aus:
Umrechnung: 47 W × 720 h = 33,84 kWh/Monat × 0,36 €/kWh = ca. 12,20 € pro Monat – oder rund 146 € pro Jahr für ein komplettes, professionell verbautes CCTV-System. Zum Vergleich: Ein moderner Kühlschrank verbraucht in einem Einfamilienhaus meist deutlich mehr Strom.
Wer die exakte Auslegung für sein Projekt sehen möchte, kann direkt unseren CCTV-Speicherplatzrechner, den PoE-Rechner und den CCTV-Abdeckungsplaner nutzen – dort sind Strom, Speicher und Kameraabdeckung sauber planbar.
6. Verbraucht eine PoE-Kamera auch Strom, wenn sie nicht aufnimmt?
Ja. Eine PoE-Kamera ist immer aktiv – Sensor, Prozessor, Nachtsicht-LEDs, Netzwerk-Chip. „Nicht aufnehmen“ heißt nur, dass der NVR keine Datei schreibt. Die Kamera selbst zieht trotzdem ihren Grundverbrauch. Nur wer den Switch-Port gezielt abschaltet (VLAN, Zeitplan, PoE-Scheduling im Managed Switch), spart wirklich Strom.
7. Stromverbrauch senken – 6 Tipps aus der Praxis
- Managed PoE-Switch einsetzen (z. B. Netgear GS308EP): einzelne Ports lassen sich per Zeitplan abschalten – ideal für Innenkameras tagsüber.
- H.265+ statt H.264 im NVR aktivieren: gleiche Bildqualität, weniger CPU-Last, weniger HDD-Aktivität.
- IR-Nachtsicht dosieren: LED-Leistung auf „Smart“ statt „Full Power“ – spart bis zu 30 % pro Kamera in der Nacht.
- Modelle mit niedrigem Grundverbrauch wählen (z. B. Reolink RLC-810A statt PTZ, wo Zoom nicht nötig ist).
- PTZ mit Heizung nur dort, wo wirklich Frost droht – oft reicht ein Modell ohne Heizung mit Sonnenschutzhaube.
- Alte Netzteile (12 V Steckernetzteile) durch PoE-Switch ersetzen: ein zentrales Gerät ist effizienter als 4–6 einzelne Netzteile.
8. Kurz zur Rechtslage: DSGVO ist keine Stromfrage
Der Stromverbrauch ist ein reines Wirtschaftlichkeits-Thema – DSGVO-Konformität entscheidet sich völlig unabhängig davon: über Kamera-Ausrichtung, Speicherdauer und Hinweisbeschilderung. Wer sein System auch rechtlich sauber aufsetzen möchte, findet die Details in unserem Beitrag DSGVO-konforme Videoüberwachung.
9. Fazit: PoE ist die günstigste Dauerlösung
Eine einzelne PoE-Kamera kostet im Jahr etwa so viel Strom wie einmal Tanken für 20 km – zwischen 15 und 25 €. Selbst ein komplettes 4-Kamera-System mit NVR bleibt bei rund 12 € Strom pro Monat. Das ist deutlich weniger, als die meisten Kunden vor der Beratung befürchten. Wer auf PoE statt einzelner 12-V-Netzteile setzt, spart zusätzlich Wandlungsverluste und hat nebenbei die deutlich sauberere Installation.
Sie planen aktuell ein Kamerasystem und möchten die Kosten – Strom, Speicher, Investition – konkret für Ihr Objekt durchrechnen? Nutzen Sie unsere kostenlosen CCTV-Planungstools oder kontaktieren Sie uns direkt für eine unverbindliche Auslegung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine PoE-Überwachungskamera pro Monat?+
Eine typische PoE-Bullet-Kamera zieht 5–8 Watt und verbraucht damit rund 3,6–5,8 kWh pro Monat. Bei einem Strompreis von 0,36 €/kWh sind das etwa 1,30–2,10 € pro Kamera und Monat.
Was kostet ein komplettes 4-Kamera-System pro Monat an Strom?+
4 Kameras à 6 W plus ein 8-Port PoE-Switch (~8 W) und ein 4-Kanal-NVR mit Festplatte (~15 W) ergeben zusammen ca. 47 W Dauerlast – rund 12 € pro Monat bzw. 146 € pro Jahr.
Verbraucht eine PoE-Kamera auch Strom, wenn sie gerade nichts aufnimmt?+
Ja. Die Kamera ist rund um die Uhr aktiv – Sensor, LEDs und Netzwerk-Chip laufen ständig. Der Verbrauch sinkt nur minimal, wenn keine Aufzeichnung erfolgt. Nur ein Managed PoE-Switch mit Zeitplan (PoE-Scheduling) schaltet den Port wirklich stromlos.
Braucht ein PTZ mit Heizung wirklich so viel mehr Strom?+
Ja. Der Motor allein zieht 12–20 W, die Heizung kann bei Frost weitere 30–40 W dazu ziehen. Realistisch sind im Winter 40–60 W – das entspricht rund 15 € pro Monat allein für diese Kamera.
Wie viel kostet der NVR im Dauerbetrieb (24/7)?+
Ein 4-Kanal-NVR mit einer Überwachungs-Festplatte zieht typischerweise 10–25 W. Umgerechnet sind das rund 2,60–6,50 € Stromkosten pro Monat, je nach Modell und HDD-Aktivität.
Lohnt sich ein PoE-Switch statt einzelner Netzteile?+
Fast immer. Ein zentraler PoE-Switch arbeitet effizienter als 4–6 separate 12-V-Steckernetzteile, spart Wandlungsverluste und macht die Installation deutlich sauberer und sicherer.



